Sprachverhunzer

Plato war kein Filosof

 

Warum ich mir ein P spare, wenn ich einen Tip gebe? Die Erklärung könnte ganz kurz ausfallen: Die Rechtschreibreform geht mir hinterwärts vorbei! Ich mach´s aber trotzdem ausführlicher.

Regelmäßig kommt eine Blase Linguisten dahergelaufen und will die deutsche Sprache verfeinern, vereinfachen, an irgendetwas anpassen. Der Hauptgrund für dieses unablässige Rumfummeln besteht darin, Fördermittel des Staates zu verballern. Damit der Haufen Sprachzwirbler auch in Zukunft reich beschenkt wird. Die haben fein lachen und wir den Salat.

Damals in der Schule hat man mir in einer Deutscharbeit einen einzigen Fehler angekreidet. Ich hatte meinem Gefühl folgend „Schifffahrt“, mit 3 f, geschrieben. Und das war FALSCH und kostete mich eine ganze Note. So haben sie mir schmerzhaft beigebracht, dass es im Deutschen keine Dreifach-Konsonanten gibt. Und auch keine Dreifach-Vokale. Und ich werde dabei bleiben und den Teufel tun, irgendwelchen Sprachkommissions-Pappköppen folgend das einmal als falsch erlernte jetzt als richtig zu betrachten.

Seit der letzten Rechtschreibreform ist es korrekt, wenn man „Seeelefant“ schreibt! Wie liest sich das? Richtig: Seeele-fant. Klingt wie ein Fant mit besonders langer Seele. Ein solches Ungetüm auf den Leser loszulassen, ist Quatsch. Bis der dahinterkommt, dass es sich dabei um ein Meerestier handelt, hat er den Rest des Satzes wieder vergessen. Ich reformier jetzt auch mal und sage diesen Sprachvereinfachern, solchen Schmarren können sie gepflegt in die „Tonnne treeeten.“

Bei mir wird es weiterhin „rauhes“ Wetter geben. Das Känguruh behält gefälligst hinten sein H und die Roheit kriegt bei mir kein zweites. Es wird nach wie vor „geschneuzt“ und dann „behende“ an´s Werk gegangen. Ich bewahre mein Geld nicht im „Portmonee“, esse kein „Tunfisch“-Sandwich, und entweder habe ich „Potential“ oder keines. Basta!

Noch was anderes: Seit geraumer Zeit treibt sich in Artikeln ernstzunehmender Zeitungen und sogar in literarischen Werken wieder vermehrt das Wörtchen „selber“ herum. Würde mich nicht wundern, wenn das ebenfalls laut Rechtschreibreform statthaft ist. Aber auch das haben sie mir schon im Kindesalter ausgetrieben. Es heißt: selbst! Und alle, die stattdessen „selber“ benutzten, bekamen diesen Spottvers zu hören: „Selber, selber, sagen alle dummen Kälber.“

Es war und ist also entweder rundheraus falsch oder restringierter Code, sprich: Gossenjargon. Und hat somit in anspruchsvollen Publikationen nichts verloren. Trotzdem ist „selber“ von selbst von den Toten auferstanden. Leider fährt es nicht zum Himmel auf und bleibt dort bis zum Jüngsten Gericht.

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