Autoren und Redakteure im deutschen TV

Warum deutsche TV-Unterhaltung Müll ist

 

Das folgende Essay stammt aus der Feder eines befreundeten Kollegen. Es ist schon etwas älter und war ursprünglich als Vorwort für einen Ratgeber über das Schreiben für Comedy-Formate im TV gedacht. Als zu nestbeschmutzend empfunden erblickte es bislang nicht das Licht der Welt. Ich hole das hier mit freundlicher Genehmigung nach, weil die darin getroffenen Aussagen leider wahr sind.

Daniel Dekkard

 

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum.

Steht in Goethes Faust, aber das sagt Mephistopheles, der Verführer! Die Kenntnis der „grauen Theorie“ ist unabdingbar notwendig. Das steht außer Zweifel, und so grün ist des Lebens goldner Baum auch wieder nicht. Jeder Autor wagt sich in der lobenswerten Absicht in das Feindesland Fernsehen, um eine gute Geschichte zu erzählen. Und davon zu leben. Doch davor hat die göttliche Flimmerkiste zwei gewaltige Hindernisse gesetzt. Ich will hier verallgemeinernd von Geschichten sprechen, denn das Gesagte gilt für alle Formate, ob es sich dabei um einen Sketch, eine 30-Minuten-Sitcom, eine 45-Minuten-Serie oder, für die wenigen Glücklichen, um einen 90-Minuten-Fernsehfilm handelt. Und obwohl sich dieses Buch mit der Komik beschäftigt, trifft das Folgende auch für das Drama zu. Weiterlesen